Zusammenfassung
Der Vergleich eines Tagessatzes als Freiberufler mit einem Festgehalt erfordert die Berücksichtigung der Leistungen, Kosten und steuerlichen Auswirkungen, die sich zwischen den beiden Beschäftigungsformen unterscheiden. Ein Vertrag über £500/Tag ist nicht gleichbedeutend mit einem Gehalt von £130.000 — wenn man Urlaub, Rente, Arbeitgeber-NI, Krankengeld und andere Vorteile einer Festanstellung abzieht, sieht der tatsächliche Vergleich ganz anders aus.
So funktioniert es
Umrechnung eines Tagessatzes in ein gleichwertiges Gehalt
Ein Freiberufler arbeitet ungefähr 220–230 Tage pro Jahr (52 Wochen x 5 Tage minus Urlaub und Lücken zwischen Aufträgen). Der äquivalente Jahresumsatz beträgt:
Jährliches Freiberufler-Einkommen = Tagessatz x Arbeitstage
Aber von diesem Umsatz muss dann alles finanziert werden, was ein Festangestellter kostenlos erhält:
- Kein bezahlter Urlaub (Verlust von ca. 25 Tagen Einkommen)
- Kein Arbeitgeberzuschuss zur Rente (typischerweise 3–10 % des Gehalts)
- Kein Krankengeld über SSP hinaus
- Keine Arbeitgeber-NI-Ersparnis (bei Tätigkeit über eine Limited Company außerhalb von IR35)
- Berufshaftpflichtversicherung, Buchhalterkosten, Ausstattung
Die Vergleichsrechnung
Festanstellungs-Äquivalent des Tagessatzes:
- Ausgangspunkt: Tagessatz x Arbeitstage (z.B. £500 x 220 = £110.000)
- Abzüglich: Kosten für unbezahlten Urlaub (25 Tage x £500 = £12.500)
- Abzüglich: Rentenäquivalent (5 % = £5.500)
- Abzüglich: Betriebskosten der Firma (ca. £3.000–£5.000/Jahr)
- Äquivalentes Gehalt: ca. £87.000–£89.000
Tagessatz-Äquivalent des Gehalts:
- Ausgangspunkt: Festgehalt: £80.000
- Plus Arbeitgeber-NI: ca. £11.250
- Plus Arbeitgeberrente (5 %): £4.000
- Plus Wert des Urlaubsgelds: ca. £8.000
- Gesamte Arbeitgeberkosten: £103.250
- Geteilt durch Arbeitstage (220): ca. £469/Tag
IR35-Auswirkungen
Außerhalb von IR35: Der Freiberufler agiert als echtes Unternehmen und bezieht sein Einkommen als Mischung aus Gehalt und Dividenden über eine Limited Company. Der effektive Steuersatz ist in der Regel niedriger als bei einem vergleichbaren PAYE-Einkommen.
Innerhalb von IR35: Der Freiberufler wird steuerlich wie ein Angestellter behandelt. Einkommensteuer und NI werden direkt vom Endkunden oder der Agentur abgeführt. Der Steuervorteil des Freiberufler-Daseins entfällt weitgehend, obwohl höhere Tagessätze dies teilweise kompensieren können.
Rechenbeispiel
Freiberufler: £550/Tag, 220 Tage/Jahr, außerhalb von IR35
- Bruttoumsatz: £550 x 220 = £121.000
- Kosten (Buchhalter, Versicherung, Ausstattung): -£4.000
- Körperschaftsteuer (25 % auf Gewinn): -£29.250
- Verfügbar für Gehalt + Dividenden: ca. £87.750
- Optimale Entnahme: £12.570 Gehalt + £75.180 Dividenden
- Steuer auf Dividenden: ca. £13.500 (bei 8,75 %/33,75 %)
- Nettoeinkommen: ca. £74.250
Festanstellung: £85.000 Gehalt, 5 % Arbeitgeberrente
- Einkommensteuer: ca. £18.432
- Arbeitnehmer-NI: ca. £4.211
- Nettogehalt: ca. £62.357
- Arbeitgeberrente im Topf: £4.250
- Netto + Rente: ca. £66.607
Der Freiberufler verdient netto etwa £7.600 mehr pro Jahr, hat aber keine Rente, kein Urlaubsgeld und trägt ein höheres Risiko.
Erläuterung der Eingabewerte
- Tagessatz — der tägliche Honorarsatz des Freiberuflers
- Jahresgehalt — das Bruttogehalt der Festanstellung
- Arbeitstage — geschätzte abrechenbare Tage pro Jahr (typischerweise 220)
- IR35-Status — innerhalb oder außerhalb, was die Steuerberechnung verändert
- Arbeitgeberrente in % — der Rentenbeitrag des Arbeitgebers für die Festanstellung
Erläuterung der Ergebnisse
- Vergleich auf gleicher Basis — beide auf dieselbe Grundlage umgerechnet
- Nettovergleich — Nettoeinkommen bei beiden Beschäftigungsformen
- Break-even-Tagessatz — der Mindestagessatz, der dem Festgehalt entspricht
- Leistungslücke — der Wert der Festanstellungsleistungen, die der Freiberufler selbst finanzieren muss
Annahmen und Einschränkungen
- IR35-Status verändert die Berechnung erheblich. Innerhalb von IR35 entfallen die meisten steuerlichen Vorteile für Freiberufler.
- Berücksichtigt keine Änderungen beim Dividendenfreibetrag oder persönliche Umstände, die die optimale Gehalts-/Dividendenaufteilung beeinflussen.
- Auftragslücken sind ein wesentliches Risiko. Wenn Sie nur 200 statt 220 Tage abrechnen können, sinkt das Einkommen um 9 %.
- Geht davon aus, dass der Freiberufler über eine Limited Company tätig ist, nicht als Einzelunternehmer oder über eine Umbrella Company.